Krisengewinner

Corona als Chance

Das Corona-Virus stellt den Fahrradtourismus immer noch vor große Herausforderungen. Jetzt gibt es allerdings einen Lichtblick für die Berherbergungsbranche und das Gastgewerbe. Bundesweit können ab Mitte/Ende Mai, mit mehr oder weniger Einschränkungen, Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe wieder öffnen.

Laut Tourismusexperten wird der Deutschlandtourismus mit seinen Nahzielen und auch der Fahrradtourismus die großen Krisengewinner sein. Qualität wird im Tourismus in der Post-Corona-Zeit eine größere Rolle spielen. Deshalb sollten sich Betriebe auf diese Zeit vorbereiten und sich jetzt als fahrradfreundliche Unterkunft zertifizieren lassen. Denn aufgrund der anhaltenden Situation mit den einhergehenden Kontaktbeschränkungen und Gesundheitsbestimmungen müssen derzeit die Betriebsprüfungen bundesweit weiter aussetzen.

Das Mobilitätsverhalten der Menschen im benachbarten Hessen hat sich seit der Pandemie bereits stark verändert. Während die ÖPNV-Verkehrsmittel nur noch halb so stark ausgelastet sind, verdreifacht das Fahrrad seine Leistung im Vergleich zu 2017.

Die ersten Ergebnisse einer Studie des WZB (Wissenschaftszentrum Berlin) zeigen, dass Bürger*innen seit Beginn der Pandemie alternative Mobilitätsangebote verstärkt genutzt haben. Die Daten wurden im Mai 2020 durch telefonische Befragungen sowie freiwillig per App ermittelt. Die Studie zeigt zudem, dass Menschen insbesondere in ihrer Freizeit viel mit dem Rad gefahren sind. 45 Prozent aller Radwege wurden in Freizeitstunden zurückgelegt – das ist fünf Mal mehr als 2017.

Bei Kurzstrecken zeigte sich das Fahrrad nützlich: Da viele Arbeitswege wegfielen, wurde es für Einkäufe und als Sport- und Freizeitgerät gerne benutzt. Zudem sind Menschen mehr zu Fuß gegangen. Der Anteil des Fußverkehrs stieg von 19 auf 25 Prozent.

 

letzte Änderung: 09.06.2016