



Vom Rad ins Bad - zwischen Rhein und Reben quer durch den Garten Eden
Der Badener nimmt sich gerne Zeit. Und genau das ist auch allen zu empfehlen, die im Markgräflerland Urlaub machen. Denn in der Oberrheinebene zwischen der sonnigen Universitätsstadt Freiburg im Norden und der reichen Kulturstadt Basel im Süden läßt es sich leben und geniessen – mit Leib und Seele. Auch kulinarisch ist der Tisch – je nach Jahreszeit - reich gedeckt. Ob Spargel, Kirschen oder Trauben – die Auswahl ist groß im Markgräflerland, diesem fruchtbaren „Garten Eden“ zwischen Rhein und Reben. Und weil das Markgräflerland deutschlandweit mit den meisten Sonnentagen gesegnet ist, bleiben auch die Radtouristen stets bei Laune.
Für die Radtouristen hat sich die Werbegemeinschaft „Thermen des Südens“ eine besondere Tour ausgedacht. „Vom Rad ins Bad“ heißt diese viertägige Tour und der Name ist Programm. Tagsüber fahren die Radtouristen von Thermalbad zu Thermalbad, abends können sie ihre Seele baumeln lassen und ihre Muskeln entspannen - in warmem Wasser, das aus Tausend Meter Tiefe kommt. Wie es in Badenweiler - neben Bad Krozingen und Bad Bellingen eines der drei Markgräfler Thermalbäder - schon die alten Römer getan haben.
Die 200 Kilometer lange Tour „Vom Rad ins Bad“ ist ein Ausflug in zwei Länder und drei Münsterstädte – in vier Tagen. Los geht’s in der Münsterstadt Freiburg und von dort aus in Richtung Kaiserstuhl, zur Tuniberggemeinde Opfingen, wo noch Störche auf dem Kirchturm nisten. Nächstes Ziel ist Merdingen, die einstige Heimat von Radprofi Jan Ullrich. Mit Tagesetappen von durchschnittlich 40 Kilometern fordert die Aktion „Vom Rad ins Bad“ aber keine „Tour de France“-Qualitäten. Denn: Wer langsam fährt, sieht mehr und findet am Wegesrand beispielsweise die preiswerten Bauernschänken, die hier „Straussis“ heißen und eigenen Wein samt Hausmannskost auftischen. Ziel der ersten Tagesetappe ist Bad Krozingen mit seiner „Vita Classica“-Therme, die nicht nur Wechselbäder und ein Musikbecken anbietet, sondern auch einen attraktiv gestalteten Saunabereich.
Anderntags steuert der Weg auf die blaugrünen Schwarzwaldhügel zu, bis sich die Fauststadt Staufen ankündigt – weithin sichtbar thront die Burgruine auf dem Hausberg. Getreide- und Spargelfelder wechseln sich ab, dann geht´s durch die Ballrechter Rebberge nach Sulzburg mit seinen Sehenswürdigkeiten: der Tausend Jahre alten Klosterkirche St. Cyriak, dem jüdischen Friedhof mit seinen efeu-umrankten und moosbewachsenen Grabsteinen und der einzigen unzerstörten Synagoge im Weinbrenner-Stil. Wer sich für die Goldwäscher des 19. Jahrhunderts am Oberrhein interessiert, dem steht nachmittags das Landesbergbaumuseum offen. Die nächsten Sehenswürdigkeiten warten dann schon in Heitersheim – ein Schloß der Malteser und Reste einer Römervilla, die erst vor wenigen Jahren freigelegt und deren Geschichte anschaulich beschrieben wurde.
Hinter Müllheim mit seiner deutsch-französischen Garnison erhebt sich der Berg vor Badenweiler, der den Radfahrer zwingt, einige Gänge zurückzuschalten. Oben angekommen, lockt die Cassiopeia-Therme samt römisch-irischem Bad sowie dem Wellness- und Sauna-Neubau. Vom Beckenrand des Kuppelbades der Cassiopeia-Therme läßt sich ein Blick auf die Mauern des einstigen Römerbades werfen, das einen Besuch wert ist. Die Annehmlichkeiten Badenweilers wissen übrigens auch die Radprofis des „Team Telekom“ zu schätzen, die die Stadt zu ihrem Trainingsstandort gemacht haben.
Am dritten Tag verläuft der Fahrradweg ab Müllheim parallel zur B3. Zur Rechten bleibt der Wein ständiger Begleiter: Mit einem Schriftzug mitten im Rebberg - fast so markant wie der Hollywoods in den Hügeln vor Los Angeles - wirbt der Winzerort Auggen für seinen Wein, den „Auggener Schäf“. Nach Schliengen mit dem Wasserschloß Entenstein kommt eine hügelige Strecke und mit ihr der Durst. In Liel, der Mineralwasser-Oase im Markgräflerland, können sich erschöpfte Radfahrer ihre Träume erfüllen und gleich eimerweise Sprudel trinken. Dann rückt die Töpferstadt Kandern näher, wo der Maler August Macke lebte und die badischen Revolutionäre von preußischen Truppen in die Flucht geschlagen wurden. Wer Riedlingen passiert hat und in Richtung Tannenkirch und Hertingen fährt, ist gedanklich schon beim Entspannungsbad in der „Balinea-Therme“ von Bad Bellingen. Hier, im jüngsten Kurbad am Oberrhein, gibt es zwar keine Spuren römischer Badekultur wie in Badenweiler, dafür aber im Ortsteil Bamlach ein Bädermuseum, das die Geschichte des Heilbadens erzählt. Gut zu wissen ist auch, dass Bad Bellingen das Thermalwasser so schnell nicht ausgehen wird: Erst wenn es Zehntausend Jahre lang gar nicht regnen würde, wären die Vorräte in einer Tiefe von rund Tausend Metern aufgebraucht.
Die letzte Etappe führt dann am Altrhein entlang bis zum südlichsten Punkt des Markgräflerlandes, nach Weil am Rhein, bekannt durch das Vitra Design Museum des Stararchitekten Frank O. Gehry und als „Stadt der (Design-)Stühle“. Im Weiler Stadtteil Friedlingen überquert der Radweg die Grenze zum schweizerischen Basel und zehn Minuten später den Rhein. Über die Mittlere Rheinbrücke erreicht der Radfahrer dann die Basler Altstadt mit dem Marktplatz und dem imposanten Rathaus, dem Sitz der Kantonsregierung. Absteigen und Schieben heißt es dann am Augustinerberg – bis zum Münsterplatz. Die Route „Vom Rad ins Bad“ folgt dem Rhein stadtauswärts auf seiner linken Seite und erreicht schließlich die alte Römerstadt „Augusta Raurica“ mit Amphitheater und Tempelanlagen. Erst im schweizerischen Rheinfelden wechselt der Weg über die eiserne Brücke des ältesten Wasserkraftwerkes zurück auf die deutsche Rheinseite. Ab dem badischen Rheinfelden folgt der Weg wieder dem Ufer - bis irgendwann die Türme des Fridolinsmünsters von Bad Säckingen zu sehen sind und das Ziel erreicht ist.
Die Pauschale „Vom Rad ins Bad" wird von der Werbegemeinschaft "Thermen des Südens" angeboten und kostet 299 Euro. Der Preis beinhaltet vier Übernachtungen mit Frühstück in Drei-Sterne-Hotels, Lunchpakete für unterwegs und Eintrittskarten für die Thermalbäder. Buchungen nimmt die Tourist-Information in Bad Krozingen zu allen Jahreszeiten entgegen – unter der Telefonnummer 07633/4008-54. Im Internet unter www.thermendessuedens.de
