



Traumurlaub mit Véloparadis ins Languedoc
Angefangen hatte alles mit einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung: Unter der Überschrift „Die sanfte Eroberung“ wurde so charmant über eine zwar organisierte, aber doch letzlich sehr individuelle Radtour berichtet, daß unser Appetit auf dergleichen nicht mehr zu bremsen war. Schon der Briefwechsel mit Véloparadis (sind die Routen auch für den liebsten Hund der Welt geeignet? Darf er auch in allen Hotels logieren?) bot lustige Überraschungen. Wir waren zunächst auf kleinen Strassen im oberen Loiretal, später auf der westlichen Nord-Südautobahn durch die Auvergne (aufregende Brücke über der Tarn bei Millau) gefahren und nachmittags in der Molièrestadt Pézenas angekommen. Ganz in der Nähe hatten wir schon mehrfach Urlaub gemacht, aber nie mit dem Rad. Unweit der Innenstadt fanden wir unser kleines, ruhiges Hotel mit Schwimmingpool, bezogen das Zimmer und gingen von dort ins Städtchen. Noch hatten wir keine Räder.
Aber wir sind da! Und bester Laune, mediterrane Spätnachmittags-stimmung, Bummel über den Wochenmarkt, der gerade abgebaut wird und Schlendern durch die vertrauten Gassen, in denen viele Geschäfte noch nicht geöffnet haben, da die Saison noch nicht begonnen hat. Am Platz gegenüber dem Rathaus unser erstes Achtel Weißwein, wir sind glücklich. Und Hund Chica hat ihre Geruchserlebnisse.
Pézenas, Sonntag, den 5.Juni
Kurz nach dem Frühstück taucht Jim Knikker auf: Chef von Véloparadis, „unserem“ Minireisebüro, praktisch Einmannbetrieb? Er ist von Haus aus Holländer, Ingenieur Kartograph, jetzt wie Vater und Großvater Landschaftsmaler und Veranstalter von Malkursen in Südfrankreich. Als erstes bietet er uns schwarze, wunderbar süße Kirschen aus seinem Garten an, erklärt uns, wie wir uns in Hotels und Restaurants benehmen sollen, um nicht gleich von vornherein als unliebsamen Touristen in Fettnäpfchen zu treten, gibt uns gastronomische Tips, übergibt uns die Fahrräder samt Zubehör und erklärt uns noch einmal die erste Tagestour (zu Hause hatten wir bereits Beschreibungen der Tagesrouten samt Hundevarianten und guten Kartenskizzen erhalten). Wir satteln (Hundekörbchen, Tagesgepäck) unsere Räder und starten. Wir können uns viel Zeit lassen, denn die Tagesstrecken sind höchstens 45 Km lang. Das Wetter ist herrlich: Sonne, ein wenig Wind, nicht zu heiß. Wir fahren auf Feldwegen und kleinen Straßen meist durch Weingärten, dicht am Hérault entlang nach Norden und machen Halt in mehreren kleinen Dörfchen. Da gibt es in Cazouls Reste einer Templerburg, in Uclas d’Hérault geht die Straße unter dem Kirchturm durch, in Paulhan befindet sich am höchsten Punkt ein altes Castell und in Adissan steht eine frühgotische Kirche. Mittagspause inmitten von Weinfeldern unter einer Eiche. Und natürlich halten wir uns nicht an den empfohlenen Fahrplan: Machen einen Abstecher, wo inmitten von Pinien eine kleine Walfahrtskirche steht (Chapelle de la Roque). Ein Ort der Ruhe, voller Gerüche und unzähliger Segelfalter. Ginster und Mohnblumen blühen noch in voller Pracht, zwei Wiedehopfe und eine Blaurake entdecken wir unterwegs. Und auch Chica hat ihre Freude in einem Gumpenbad.
Le Grau d’Agde, Montag, den 6.Juni
Wir liegen am Strand, 200 Meter von unserem Hotel entfernt und haben das erste kalte Bad hinter uns. Heute morgen hatten wir – das Auto blieb im Hotelhof zurück – Pézenas verlassen und waren auf Jims „Route des Hundes“ über Castelnau de Guers südwärts geradelt, meist dicht am Hérault, viele Kilometer auf Deichen durch die wunderbare blühende, duftende einsame Gegend. Kurz vor Agde dann, erblickten wir IHN zum ersten Mal: den Canal du Midi. Mit Hausboten natürlich, die gemächlich (erlaubte Höchstgeschwindigkeit 8 Km/Std.) vor sich hin tuckerten. Unser neues Hotel liegt direkt an der Mündung des Hérault, ca. 100 Meter davor. Hier sind wir bestens und ruhig untergebracht. Am Nachmittag radeln und gehen wir durch Agde (romantische Gassen, rue de l’Amour, alte Stadtmauer, imposante wehrhafte Kirche aus dunklem Basalt, Kaffee unter Platanen wie es sich gehört), später auf den nahe gelegenen alten Vulkanhügel Mont Saint Loup. Von dort herrliche Blicke aufs Meer, Cap d’Agde, das Bassin de Thau mit seinen Austernbänken, die Cévennes im Norden und die Pyreneen im Süden und ganz nah: den Beginn „unseres“ Kanals. Nach dem Abendessen am Strand. Dämmerstunde am Leuchtturm an der Héraultmündung. Jenseits des Meeres im Südwesten sind noch die Umrisse des majestätischen Canigou deutlich zu erkennen. Er erinnert uns immer wieder an eine Besteigung mit unseren Kindern vor rund 25 Jahren.
Le Grau d’Agde, Dienstag, den 7.Juni
Heute ist noch einmal ein Abstecher nordwärts längs dem Hérault geplant. Am Westufer stoßen wir kurz vor Saint Thibéry auf eine verfallene romanische Brücke. Obst-Piquenique zu Füßen eines mit Ginster bewachsenen Vulkanhügels. Auf der Fahrt durch die Weinfelder viel Blühendes. Neben Ginster und Mohnblumen unendlich viele Malven, dazwischen haferartiges, fast weiße Gräser. Die Dörfchen außerordentlich sauber, mit an den Häusern blühende Rosenstöcke, Und: So gut wie keine Touristen. Das Ufer des Hérault ist urwaldartig bewachsen, zahlreiche in den Fluß umgestrürzte Bäume geben gute Fotomotive ab.
Le Grau d’Agde, Mittwoch, den 8.Juni
Heute soll der erste richtige Canaltag sein. Morgenschwatz mit Jim Knikker, der unsere Koffer abholt. Als erstes setzen wir mit „Mimi“ über den Hérault und erreichen bald den Kanal, auf dem es nun immer westwärts geht. Auf Wegen und Treidelpfaden, meist direkt am Kanal entlang. Chica läuft nun viel, kann sich aber nicht im Kanal abkühlen, weil das Ufer zu hoch und überhangend ist. Meist fahren wir im Schatten. In nahe gelegenen Lagunen sehen wir Reiher und andere Wasservögel im Flachwasser stehen. Auf dem Kanal überholen wir einige Hausboote, besonders an den Schleusen, wo sie sich stauen. Unser Eindruck: Die Bootsbesatzung vertreibt sich die Zeit in erster Linie mit dem Genuss alkoholischer Getränke. Kurzer Einkaufsbummel in der Altstadt von Villeneuve-les-Béziers. Wenig später unser Mittagsrast zu Füßen der Altstadt von Béziers. Nach überqueren der wunderbaren Kanalbrücke über den Orb kommen wir an die berühmten kaskadenartig angeordneten Schleusen von Fonséranes (9 während der Barockzeit angelegte Schleusen überwinden eine Höhendifferenz von 28 Meter). Immer weiter am Wasser entlang – die Kanalseite wechselnd – erreichen wir über das Städtchen Colombiers die Höhe von Malpas. Hier läuft der kanal seit der Barockzeit über eine Strecke von rund 250 Meter durch den Berg! Unter dem grossen Kanal läuft durch den Berg auch die Eisenbahn und noch eine Etage tiefer ein kleiner Entwässerungskanal aus dem 12.Jahrhundert, der zwecks Trockenlegung des Etangs de Montady angelegt worden war. Wir können uns gar nicht genug satt sehen. Und zu unserem nächsten Quartier geht es nur noch bergab. In Nissan-lez-Ensérunes finden wir sogleich unser Hotel. Der schmutzige, mit Lehmboden ausgestattete Fassweinraum, in der wir unsere Räder abstellen, läßt nichts Gutes erwarten. Um so überraschter sind wir später: Über einen schattigen Innenhof mit wunderbar eingebetteten Schwimmbecken werden wir in unsere vollklimatisiertes Zimmer geführt, dessen Fenster in diesen schönen blumenbewachsenen Hof zu öffnen sind. Langer Nachmittag mit Dösen und Schmökern am Pool. Daneben dann im überdachten Teil des Hofs: das Abendessen! Das weitaus beste dieser Reise bisher. Wir hatten ja Halbpension gebucht und kamen so täglich in den Genuss eines französischen Menüs. Nur den Wein (wir näherten uns immer mehr dem hier populären Rosé) mussten wir also noch zahlen. So waren die Ausgaben nie sehr hoch!
Oppidum Ensérune, Donnerstag, den 9.Juni
Wir schlendern, musikalisch begleitet von einem Pirol, hoch über der Landschaft durch das uralte Oppidum. Vom Hotel bis hierher mussten wir uns tüchtig bergauf plagen, auch mal schieben. Hier oben lebten Menschen vom 4.Jahrhundert vor bis zum 1.Jahrhundert nach Christus, als letzte die Römer. Aus vorrömischer Zeit sind eindrucksvolle Exemplare von insgesamt rund 1000 geborgenen Keramikurnen (Nekropole) zu bestaunen; daneben unterirdische Getreidelager und römische Reste. Auf der Hochfläche dieses Hügels, an dem der Canal du Midi südlich fließt, wurden zwischen den Ausgrabungen viele meist landestypischen Pflanzen angesiedelt, sodaß neben dem Kulturleben auch der Naturgenuß kam. Von der Nordseite des Oppidum schaut man auf den im 12. Jahrhundert trockengelegten grossen Etang de Montady, in dem die heutigen wie damaligen Felder radial angelegt sind. Sehr eindrucksvolles Fotomotiv! Und nach wie vor keine Touristen! Begeistert lassen wir uns auf unseren Rädern den Berg runter rollen. Vorbei am Kanaltunnel bis zum Treidelpfad, auf dem es gemütlich nach Poilhes geht. Von dort durch den Etang von Montady weiter bis zum gleichnamigen Ort. Hoch oben zu Füßen eines kakteenumstandenen mittelalterlichen Turms haben wir bei einem Glas Bier noch einmal einen schönen Blick auf den Etang mit seinem Tortenstückfeldern. Über Colombiers erreichen wir wieder das schöne Hotel: Siesta, Pool, Abendessen im Freien, wir ließens uns gut gehen wie dem lieben Herrgott in Frankreich.
Capestang, Freitag, den 10.Juni
Beim Frühstück hatte uns Jim Knikker eine neue Hundegeeignete Variante (wegen plötzliche Straßenbauarbeiten an der ursprünglichen Route) mit Skizze vorbei gebracht. Unser Weg führte uns nun vorbei an der Via Domitia, der alten Römerstrasse zwischen Marseille und Narbonne, durch den Etang de Capestang. In Capestang selbst mit seiner riesigen gotischen Kathedrale war Obsteinkauf angesagt. Von hier am Kanal weiter, wo uns Chica irgendwann abhanden gekommen war. Sie war in den kanal gehüpft und kam nun wegen des überhangenden Ufers nicht mehr heraus. Sie brauchte also Irmis Unterstützung, die – bäuchlings am Ufer liegend – unsere Chica wieder herausfischte. Und jetzt sitzen wir, genießen das frische Obst, den Duft des Ginsters, die herumtollende Pferdeherde unter uns und den Blick in die Ferne. Wir sehen die Berge des Minervois, wo wir in einigen Tages erst sein werden. Jetzt müssen wir vom Canal du Midi für einigen Tagen Abschied nehmen. Denn wir radeln nach Süden durch Hügel und Ebenen zum Audetal und nach Narbonne, wo der Canal de la Roubine, ein nach Südosten abzweigender, hübscher Nebenkanal des „Midi“ für die nächsten drei Tagen unser Pfadfinder sein wird. Unterwegs werden die ersten Flamingos und ein direkt über uns fliegender Ibis gesichtet. Und urplötzlich sind wir mitten in der grossen Stadt. Unser Hotel atmet den Geist der vorletzten Jahrhundertwende, liegt aber ganz zentral. Erster Stadtbummel mit Kaffeepause über dem Ufer des Canal de la Roubine, der mitten durch die Altstadt fließt (auf dem zentralen Platz ein Stück freigelegte Via Domitia, daneben Bischofspalast, Kreuzgang und überdimensional großer Chor des nie fertig gebauten Doms, Gotik, Barock, pulsierendes Leben dicht beisammen)
Port La Nouvelle, Sonntag, den 12.Juni
Nachmittagsschläfchen unter großen Kiefern auf dem Hochufer des Canal de la Roubine. Auf der meerwärts gelegenen Seite des Kanaldeichs ein großer Etang und in der Ferne das Meer. Auf der anderen Kanalseite die baumbestandenen Insel Saint Lucie, auch inmitten eines großen Etangs. Herrliche Ruhe! Nur ganz wenige Radler kommen auf dem Treidelpfad vorbei. Heute morgen waren wir von Narbonne, immer direkt neben dem Kanal. bis ans Mittelmeer zum südlichsten Punkt unserer Reise geradelt. Wir hatten (leider ohne Chica, die den Strand nicht betreten dürfte) ein kurzes Bad im warm gewordenen Wasser genommen und sind nun wieder auf dem Heimweg. Gestern waren wir zunächst ein Stück an diesem Kanal und dann später durch eine Camargue-ähnliche Landschaft nach Gruissan gefahren, einem alten Städtchen mit Burgruine, im Meer gelegen. Von dort aus hatten wir eine kleine Insel zwischen Meer, Etang und Kanälen umrundet. Herrliche Blicke, viele bunten Blumen (hellblaue, hellviolett, rosa vorherrschend), Weingärten, Einsamkeit. Am spätnachmittags dann in Narbonne in St.Paul, einer beeindruckenden frühgotischen Kirche mit frühchristlicher Krypta, später unterirdisch in den römischen Gewölben eines alten Lagerhauses. Heute, am letzten Abend in Narbonne, nochmals einen Spaziergang am erleuchteten Canal de la Roubine.
Narbonne, Montag, den 13.Juni
Nicht zu fassen: Tiefe Wolken, einzelne Regentropfen, die sogleich verdunsten! Heute fahren wir an „unserem“ Kanal bis zu seiner Einmündung in den Canal du Midi. Auf halbem Weg quert der Kanal den Fluss Aude, genauer, er verläuft etwa 200 Meter im Fluss, um ihn gleich wieder zu verlassen. Genau an dieser Stelle müssen wir unsere Räder über eine sehr schmale Eisenbahnbrücke schieben, die Aude und Kanal überquert. Angeblich würden hier keine Züge mehr fahren. Ob das stimmt? Etwas mulmig ist uns schon. Beidseits des Kanals nun nicht die üblichen Platanen, sondern Pinien und Eichen. Und dazwischen jede menge alte Schleusen. Am Canal du Midi geht es weiter westwärts. In Le Somail, einem bei Aussteigern (die auf dem Kahn leben) äußerst beliebten kleinen ort Einkehr am Wasser und danach Besuch eines riesigen Buchantiquariats, wo wir ein kleines Bändchen über die Katahrerburgen erstehen. Vor der nächsten Ortschaft passierts:
Irmi hat einen Platten. Wir erwarten Regen und flicken – erfolgreich – trotz Zeitdruck. Doch der Regen bleibt aus, das Wetter wird zusehends besser und irgendwann sind wir am Tagesziel, in Homps, gelandet. Das letzte Haus am Kanal, schon ganz einsam und direkt neben dem Wasser gelegen, ist unser Hotel. Sehr schön eigerichtet, komfortable Zimmer, moderne Bilder, der Essraum mit einer großen Fensterwand zum Kanal hin. Wir richten uns ein. Die Küche des Hauses hat heute geschlossen. Wir werden an ein anderes Lokal, auch am kanal gelegen, ausgeliehen, wo das Essen gut, der Rosé aus dem Minervois noch besser ist. Knapp vor Beginn des Gewitters erreichen wir noch trocken unser Hotel und lassen es uns gut gehen.
Homps, Dienstag, den 14.Juni
Heute wieder strahlendes Wetter. Eine Rundtour nach Norden steht auf dem Programm. Vorbei an Lac Jouarres kommen wir zunächst nach Azille (alte Stadtore, gotische Kirche, Obstkauf), später nach Pipieux (der alte Olivenbaum vor der Kirche imponiert mir mehr als die Innenausstattung). Dann folgen wir Wegweisern, um nach einigen Hin und Her tatsächlich da zu landen, wo wir hinwollten: zu den Dolmen des Fades, die in keinem Reiseführer vermerkt ist. Wir steigen zuletzt einen kieferbestandenen Hügel hinauf und stehen dann vor dieser imposanten offenen Grabkammer, die vor ca. 5000 Jahren hier errichtet wurde. Kein Mensch weit und breit. Piquenique trotz „Heiligkeit“ des Ortes. Heute ist die Blütenpracht besonders vielfältig, Irmi hat schon über 25 verschiedene Blumensorten gezählt. Vorbei an einer frühromanischen Kirche (St.Germain) gelangen wir nach Cessares, wo wir nach langer Suche abseits des Dorfes die Ruinenreste der vorromanischen Kapelle St.Salvy finden. Auch ein heiliger Ort, der von einer fetten, braunen Schlange, die Irmi sehr erschreckt hat, bewacht wird. Ein Traumtag. Heute Essen im Hotel, das sehr gelobt wird. Dennoch erschreckt uns die erste der Vorspeisen (Gabe des Hauses): So eine Art Ragout aus Schnecken, Wir wahren die Fassung und lassen uns den Rest (u.a. Lamm, Rosé) bestens schmecken. Chica ist nun leider läufig geworden, ausgerechnet in dem Hotel, das eigentlich keine Hunde duldet. Doch Chica ist überall beliebt, wo sie auftaucht! Und uns gefällt das Hotel schon wegen seiner Abendstimmung am Wasser so gut, dass wir für nächste Woche noch drei Nächte buchen!
Homps, Mittwoch, den 15.Juni
Der Abschied fällt leicht, da er nicht endgültig ist. Es geht heute wieder am Kanal entlang. Unser Ziel heißt Carcassonne. Unterwegs passieren wir einen barocken Kanalüberlauf, der bei Hochwasser eines querenden Flusses für Ausgleich sorgen soll. Teilweise durchqueren wir wieder einmal einen früher trockengelegten Etang, der jetzt voller Apfelplantagen ist. Es wird wärmer und schwüler, bei grauem Himmel erreichen wir Carcassonne. Vom Kanal fahren wir quer durch die „moderne“ alte Innenstadt, in der es nur so von Passanten wimmelt. Auf den für Autos gesperrten mittelalterlichen Brücke über den Fluss Aude. Uns gegenüber die alte Cité und gewaltige Burg mit seinen vielen Turmen, hoch oben auf dem Berg. Ihr zu Füßen in einer kleinen Gasse unser Hotel. Blick aus unserem Zimmer in den begrünten Innenhof.
Carcassonne, Donnerstag, den 16.Juni
Morgens Bummel durch die historische Altstadt, in der wir schon einmal mit unseren Kindern waren. Wirklich beeindruckt haben uns diesmal die Glasfenster der romanisch-gotischen Kirche aus dem 13.Jahrhundert. Die vielen Touristen nerven. Nachmittags radeln wir flussaufwärts am Aude entlang. Irgendwann Pause auf den warmen Flussfelsen neben Stromschellen. Und abends genießen wir die Beleuchtung von Cité und alter Brücke. Romantik pur.
Pézenas, Freitag, den 17.Juni
Gerade haben wir in „unserem“ Hotel in Pézenas wieder ein Zimmer bezogen. Es ist noch vormittags. Unser Auto ist nicht geklaut. Und Jim Knikker hat uns heute morgen ganz früh samt Räder und Gepäck von Carcassonne hierher gebracht. Und nun starten wir nochmals mit unseren Rädern nach Südosten ans Mittelmeer. Über das schon vertraute Castelnau de Guers geht’s bei 35 Grad im Schatten hoch auf die Garrigue und hier durch herrliche Landschaft (zwei Wiedehopfe, Weinfelder) hinunter nach Marseillan mit dem kleinen Hafen am Bassin de Thau- Chica muss heute nicht laufen, es ist einfach zu heiß. Wie vereinbart landen wir dann gegen 16.00 Uhr am Häuschen von Jim Knikker, der uns zunächst im Garten mit eigenem Obst und Rosé bewirtet und später – ohne Räder – zurück nach Pézenas bringt. Nun sind wir wieder Autotouristen, genießen den Pool und natürlich das Abendessen.
Wieder Homps, Dienstag, den 21.Juni
Abschied vom Languedoc, diesmal mit Wehmut. Wir rollen wieder heimwärts, kommen an vertrauten Stellen – im Eilzugtempo sozusagen – vorbei und sehen zuletzt noch großen Scharen von Flamingos, die uns südlich von Narbonne versprochen worden waren, im Bassin de Thau bei Marseillan. Ein wenig Rotwein versüßt uns den Abschied vom Midi. Wir sind ein wenig traurig, aber zugleich auch glücklich am Ende dieses Traumurlaubs.
Kontaktdaten:
Veloparadis
2, rue d`Orient
F 34340
Marseillan
Frankreich
Tel.: 0033-467944508

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